Cursor: Mein neues Schweizer Taschenmesser

2025-04-10

Ich war skeptisch. Wieder ein KI-Tool, das alles besser können soll. Aber nach ein paar Wochen mit Cursor sage ich: Dieses hier ist anders.

Cursor ist ein Fork von VS Code — optisch vertraut, unter der Haube aber mit einem KI-Copiloten der nächsten Generation. Der entscheidende Unterschied zu GitHub Copilot oder ähnlichen Tools: Cursor denkt mit. Nicht nur Zeile für Zeile, sondern über das gesamte Projekt.

Mein Workflow: Plan → Research → PRD → Go

Bevor ich eine einzige Zeile Code schreiben lasse, starte ich im Plan-Modus. Ich beschreibe Cursor, was ich bauen will — grob, in Prosa. Der Agent strukturiert das, stellt Rückfragen, zeigt Lücken auf. Das ist kein Prompt Engineering, das ist ein Gespräch.

Parallel recherchiere ich vorab: Welche Libraries gibt es? Was ist Stand der Technik? Gibt es ein fertiges Docker-Image? Diese Infos füttere ich in Cursor — als Kontext, als Links, als Markdown-Notizen. Dann schreibe ich ein kurzes PRD (Product Requirements Document). Eine Seite reicht. Was soll das Ding können, was nicht, welche Constraints gibt es?

Dann: Agenten-Modus, Startschuss. Cursor legt los. Erstellt Dateien, schreibt Konfigurationen, baut Struktur. Ich beobachte, korrigiere, lenke nach. Aber ich tippe keine Boilerplate mehr.

Was das konkret verändert

Services aufsetzen, Docker-Compose-Stacks bauen, Skripte schreiben — Dinge, die früher eine Stunde Recherche und zwei Stunden Gefummel bedeuteten, sind heute Sache von Minuten. Nicht weil Cursor zaubern kann, sondern weil der Loop aus „Idee → Entwurf → Feedback → Iteration" brutal schnell geworden ist.

Vibe Coding — also das intuitive, explorative Entwickeln ohne starren Plan — funktioniert mit Cursor besser als mit jedem anderen Tool, das ich kenne. Ich denke laut, Cursor denkt mit, das Ergebnis überrascht mich oft positiv.

„Noch nie war es leichter, eine Idee von null auf lauffähig zu bringen — egal ob kleines Skript, Docker-Stack oder komplette Applikation."

Fazit

Cursor ist kein Ersatz fürs Denken. Aber es ist der beste Hebel, den ich aktuell kenne, um aus Denken schnell etwas Greifbares zu machen. Wer noch mit blankem VS Code oder reinem Copilot arbeitet — probiert es aus. Der Plan-Modus allein ist den Wechsel wert.